Das Gewaltpotenzial der Religionen

Das Gewaltpotenzial der Religionen

Ina Wunn, Beate Schneider (Hrsg.), Das Gewaltpotenzial der Religionen

304 Seiten, Verlag W. Kohlhammer 2015

Eine Gruppe religiöser Würdenträger und Wissenschaftler ging im Oktober 2013 im Rahmen eines Symposiums der Frage nach, wie Religionen Gewalt begünstigen und/oder minimieren. Der vorliegende Tagungsband zeigt diesen Zusammenhang aus der Perspektive psychologischer Wissenschaft und besonders in den beiden grösten Weltreligionen, Christentum und Islam. Eröffnet wird der Tagungsband durch einen Beitrag von Erzbischof Gerard Tlali Lerotholi. Er macht deutlich, dass Religion zur menschlichen Natur gehöre und gerade deshalb ein „zweischneidiges Schwert“ sei, dass sie die menschlichen Potenziale zu Gewalt und auch zu Opferbereitschaft erhöhe.

Weitere Beiträge konkretisieren diese These und belegen sie durch historische Fakten. Über weite Strecken gibt der Tagungsband einen fundierten Einblick in die Schattenseiten der Weltreligionen und fürt so schmerzhaft vor Augen, dass der humaniserende Ansatz der Religionsstifter im Laufe der Geschichte immer wieder vernachlässigt wrude. Bei manchen Autoren überweigt dadurch die kritische Sicht, wärend andere die Religionen dennoch als Hoffnungsträger beschreiben, da sie das Potenzial haben, die positiven Eigenschaften des Menschen zu steigern.