Osama bin Laden schläft bei den Fischen

Osama bin Laden schläft bei den Fischen

Ahmad Milad Karmini (2013), Osama bin Laden schläft bei den Fischen

191 Seiten, Herder Verlag GmbH, Freiburg im Breisgau

Warum ich gerne Muslim bin und wieso Marlon Brando viel damit zu tun hat

Nachdem er bislang vor allem mit seiner Koranübersetzung sowie seinem Werk »Identität – Differenz – Widerspruch (Hegel und Heidegger)« in der Literaturwelt Aufmerksamkeit erregte, legt Milad Karimis bis diesem Buch eine literarisch-filmisch gestaltete Autobiografie vor.

Der »Kampf der Kulturen« ist dabei abgesagt. Milad Karimi, Vertretungsprofessor für Kalam, islamische Philosophie und Mystik am Zentrum für Islamische Theologie Münster (ZIT), bewegt sich schon sein ganzes Leben zwischen scheinbar unvereinbaren Polen: westliche Populärkultur und islamische Geistesgeschichte, die Übersetzung des Korans und gleichzeitig eine Doktorarbeit über Hegel, eine besondere Vorliebe für Mafia-Filme und die persische Mystik, eine Kindheit in der afghanischen Oberschicht und das Leben als illegaler Flüchtling in einem Moskauer Plattenbau, die Ankunft in einem Asylantenheim in der deutschen Provinz und die Berufung als Professor an eine der angesehensten Universitäten dieses Landes. Für Milad Karimi gehört das alles zusammen. Er zeigt in seinem autobiografischen Buch, wie aus den kulturellen und konfessionellen Grenzüberschreitungen ganz Neues entsteht, wie Vielfalt bereichert und »Heimat« nicht an nur einen Ort gebunden sein muss.